








Der in den 50-er Jahren in Sichtbeton zylindrisch erbaute Wasserturm stand
einst mitten im Wald, so dass an die architektonische Gestaltung nur geringe
Ansprüche gestellt waren. Mit dem Neubau der Anschlüsse zur Ortsumfahrung
rückte der Betonturm jetzt aber gut sichtbar an den Waldrand. Das brachte
die Verwaltung auf die Idee, mit öffentlicher Kunst am Turm diesem eine
neue Funktion zu geben. Eine Anfrage beim Landesdenkmalamt Baden Württemberg,
ob das Bauwerk aus Gründen des Denkmalschutzes erhaltenswert sei, wurde
negativ beschieden, da die Auffassung vertreten wurde, dass die gestalterischen,
technischen und heimatgeschichtlichen Merkmale nicht ausreichen, seine Denkmaleigenschaft
zu bestätigen. Begrüßt wurde aber, dass sich die Gemeinde für
die Erhaltung als technisches Denkmal einsetzt, in der Hoffnung auch mit gutem
Erfolg an eine künstlerische Gestaltung herangehen
zu können.
Also bat man mit Diether F. Domes, einen für zahlreiche künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum bekannten Bürger der Gemeinde, um 3 Entwürfe zur Gestaltung des 32 m hohen Wasserturmes. Alle vorgelegten Arbeiten basierten auf dem genial einfachen Gedanken, das Wasser vom Innern über das Äußere überlaufen zu lassen. Mit der ihm eigenen Bildsprache, bei der die inhaltliche Nachricht und der sie tragende Bildgrund ineinander übergehen, überzeugte Diether F. Domes den Gemeinderat spontan und uneingeschränkt, weshalb ohne weiteren Wettbewerb der Ausführungsauftrag erteilt wurde. Die politische Entscheidung für "Kunst statt Abbruch" fiel auch leichter, als abzusehen war, dass die Kosten für die künstlerische Gestaltung mit den ersparten Abbruchkosten finanziert werden können und die Option für eine wie auch immer zu realisierende anderweitige Nutzung nicht aufgegeben ist. Die freie Übertragung der Linien vom Modell 1:100 auf die zuvor sanierte 700 m2 große Turmfläche nahm der Künstler selbst in die Hand. Heute erkennen die Spaziergänger und Autofahrer den markanten Turm bereits von weitem. Die schwarzen, nach unten ins Nichts auslaufenden Wellenlinien mit leuchtend blauen, türkisfarbenen und roten Flächen deuten auf die ursprüngliche Verwendung des Bauwerkes und bringen den Wasserturm wirkungsvoll zum Überlaufen. Dem Künstler ist es mit seinem unverwechselbaren Stil gelungen, eine weitere markante Farbspur im öffentlichen Raum zu legen.
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